Die Katze ist aus dem Sack

Das Wirtschaftsgebäude im Scheerer-Mühlen-Areal wird 2016 saniert und das Heimatmuseum integriert

In der Klausurtagung des Gemeinderats wurde eine wegweisende Entscheidung getroffen, wie diese Zeitung in Erfahrung gebracht hat. Inzwischen hat auch Bürgermeister Peter Traub bestätigt, dass das Wirtschaftsgebäude ins Projekt „Neue Mitte Oberkochen“ integriert und saniert wird.

Das Mühlenareal soll ins Projekt `Neue Mitte´ integriert werden. Das Wirtschaftsgebäude (rechter Bildrand) wird saniert und im Dachgeschoss soll das Heimatmuseum sein neues Domizil finden (Foto: ls)

Einen echten Knüller hat diese Entscheidung sozusagen als „Randerscheinung“ für den Heimatverein, der für die Erweiterung seines Heimatvereins eigentlich davon ausgegangen war, dass das von der Stadt erworbene Gebäude „Aalener Straße 21“ umgebaut oder abgerissen und neugebaut wird, um für weitere Museumszwecke zur Verfügung zu stehen. Dem ist nun nicht so, wie der Gemeinderat in Klausur beschlossen hat. In der Rückblende muss man feststellen, dass die Sanierung des Wirtschaftsgebäudes der Scheerer-Mühle steht isoliert betrachtet und in den vergangenen Jahren zugunsten anderer Maßnahmen zurückgestellt wurde.

„Nach den Plänen zur städtebaulichen Neugestaltung der Innenstadt ist das Wirtschaftsgebäude bzw. das Mühlenensemble jedoch Bestandteil des Projekts `Neue Mitte´“, betont Bürgermeister Peter Traub. Es werde daher nicht mehr isoliert betrachtet, sondern stehe in Zusammenhang mit den übrigen geplanten Maßnahmen in der Innenstadt. In diesem Zusammenhang wurde das Wirtschaftsgebäude bzw. das Mühlenensemble ins Sanierungsprogramm „Städtebauliche Erneuerung“ des Landes aufgenommen. Hierzu hat die Stadt Oberkochen ein entsprechendes Sanierungsgebiet ausgewiesen. Nachdem das Land Baden-Württemberg auf Antrag der Stadt den Förderrahmen jüngst um 600 000 Euro aufgestockt hat, stehen aktuell rund eine Million Euro zweckgebunden für die Sanierung des Wirtschaftsgebäudes zur Verfügung.

„Wir müssen nun schnell tätig werden, da die Mittel nur bis 2016 zur Verfügung stehen und danach unwiederbringlich verfallen“, so Traub auf Nachfrage. Dies bedeute, dass die Sanierung des Wirtschaftsgebäudes aus diesem Grund vorgezogen werden müsse, um die Förderung in Anspruch nehmen zu können. Während der Klausurtagung wurde ein konkreter Sanierungsplan fürs kommende Jahr beschlossen, damit rechtzeitig Anfang 2016 mit der Sanierung begonnen werden kann. „In diesem Fall würde die Stadt Oberkochen eine zeitliche Verlängerung bis zur Fertigstellung der Sanierungsmaßnahme erhalten“, so der Bürgermeister. Nach der Sanierung des Wirtschaftsgebäudes und der Neugestaltung des Mühlenplatzes soll das Projekt `Neue Mitte´ nahtlos fortgeführt werden. Laut Aussage des Bürgermeisters sollen dann die Gebäude Aalener Straße 2 und Aalener Straße 4 abgebrochen und die Grundstücke neu bebaut werden. Gleichzeitig soll ein Platz angelegt werden, der die Innenstadt mit den Kocherwiesen und dem Mühlenareal verbindet.

 

Heimatverein ins Dachgeschoss

„Der Gemeinderat und die Stadtverwaltung verstehen, dass das Heimatmuseum für den Heimatverein eine wichtige Bedeutung hat“, betont der Bürgermeister. Angesichts der anstehenden großen und teuren Pflichtaufgaben, die die Stadt in den kommenden Jahren bewältigen müsse, sei aber mit einer raschen Realisierung eines Erweiterungsbaus fürs Heimatmuseum in der Aalener Straße 21 nicht zu rechnen. Um dennoch eine zeitnahe Lösung zu finden, hätten die Freien Bürger (FBO) in der Klausursitzung des Gemeinderats den Vorschlag gemacht, anstelle eines weiteren Veranstaltungsraums das Heimatmuseum im Dachgeschoss des Wirtschaftsgebäudes unterzubringen. „Dort wäre mehr Fläche als im Schillerhaus vorhanden, so dass sich ein Erweiterungsbau möglicherweise tatsächlich erledigen könnte“, führt Traub weiter aus. Momentan werde der künftige Flächenbedarf fürs Heimatmuseum geprüft. Wenn sich das Dachgeschoss des Wirtschaftsgebäudes als geeignet erweise, wäre dies eine Option, mit der man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen könne, fügte der Bürgermeister hinzu. Am übrigen Konzept fürs Wirtschaftsgebäude würde sich dadurch nichts ändern.

Das Wirtschaftsgebäude wird für rund drei Millionen Euro grundlegend saniert. Die Stadt erhält eine Förderung von einer Million Euro. (Foto: ls)

Lothar Schell, Schwäbische Post

 

 
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