Vor 100 Jahren brach der 1. Weltkrieg aus

Mit einer Ausstellung im Rathaus erinnern Heimatverein und Stadt Oberkochen an den Ausbruch des 1. Weltkriegs vor 100 Jahren. Zahlreiche Exponate aus Oberkochen ergänzen die Ausstellung.

Im Oberkochener Rathaus sind noch bis 4. September Bilder, Texte und andere Dokumente aus dem 1. Weltkrieg zu sehen. (Foto: ls)

Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, aber auch Schülerinnen und Schüler des Ernst-Abbe- Gymnasiums mit ihrem Lehrer, Peter Weber, waren bei der Eröffnung der Ausstellung anwesend, die am 17. Juni 2014 von Bürgermeister Peter Traub eröffnet wurde.

Der Bürgermeister hielt auch den Eröffnungsvortrag, in dem er auf die Entwicklung und die Hintergründe, die zur »Urkatastrophe« des 20. Jahrhunderts führten, einging. Der 1. Weltkrieg war der »Urkrieg« aller modernen Kriege, in dem es zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte zu einer industriell-technisierten Massenvernichtung von Material und Menschen kam. In seinem Vortrag ging das Stadtoberhaupt aber auch auf die politischen Hintergründe und das Versagen der Politik ein, die einen unkontrollierbaren Dominoeffekt auslösten. Als Folge des 1. Weltkriegs wurde Europa grundlegend verändert. Letztlich wurde damit auch die Grundlage für den folgenden Weltkrieg und dessen Teilung der Welt gelegt. Konzipiert wurde die Ausstellung vom Kulturbeauftragten der Stadt, Reinhold Hirth. Unterstützt wurde er dabei von der Landeszentrale für Politische Bildung sowie vom Heimatverein Oberkochen.

Die Ausstellung in Oberkochen ist etwas Besonderes, weil sie einen lokalen Bezug zu Oberkochen herstellt und durch zahlreiche Exponate aus Oberkochen ergänzt wird, die von örtlichen Familien zur Verfügung gestellt wurden. Darunter befinden sich zahlreiche Fotos, Kriegstagebücher, Antiquitäten, Ehren- und Gedenkzeichen sowie Epitaphien. Auch das Eiserne Buch, in dem die Gefallenen des 1. Weltkriegs vermerkt sind, wird in Oberkochen ausgestellt.

Die Ausstellung zeigt aber auch, wie aus alten Feindschaften neue Freundschaften entstanden sind. So ist ein Teil der Foto- und Textdokumentation dem Bau der Wasserversorgungsstollen bei Dives-sur-Mer und beim Osterbuchstollen in Oberkochen gewidmet. Während die Stollenanlage in der Normandie 1915 von deutschen Kriegsgefangenen gebaut wurde, entstand der Osterbuchstollen durch den Einsatz französischer Kriegsgefangener zwischen 1915 und 1917. Durch eine glückliche Fügung des Schicksals sind heute beide Städte, Dives-sur-Mer und Oberkochen, durch eine Städtepartnerschaft verbunden.

Die Ausstellung anlässlich des 100. Jahrestags des 1. Weltkriegs kann im Rathaus während der üblichen Öffnungszeiten noch bis zum 4. September 2014 besichtigt werden.

Amtsblatt »Bürger und Gemeinde«

 

 
zurück

[Home]