Bilder des Kriegs in Oberkochen

Ausstellungseröffnung „100 Jahre Erster Weltkrieg“ im Rathaus – Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts

„Der erste Weltkrieg war nicht nur das erste Beispiel eines modernen Krieges, sondern auch ein Beispiel für das Versagen der Politik“, betonte Bürgermeister Peter Traub bei der Vernissage im Rathaus.

Im Oberkochener Rathaus sind noch bis 4. September Bilder, Texte und andere Dokumente aus dem 1. Weltkrieg zu sehen. (Foto: ls)

„Der erste Weltkrieg, Abschiede und Grenzerfahrungen, Alltag und Propaganda“ lautet der Titel der Wanderausstellung der Landeszentrale für politische Bildung, der ein lokaler Teil angegliedert ist, für den der Heimatverein zusammen mit der Volkshochschule verantwortlich gezeichnet hat. Über vier Jahre lang wütete der Krieg und hinterließ Verheerungen, Opferzahlen in bis dahin ungekanntem Ausmaß, Verlust und Elend an der Heimatfront.

„Dieser Krieg war vor allem eine Technik- und Materialschlacht, ein Maschinenkrieg“, betonte Bürgermeister Traub, der in seiner Einführung zur Doppelausstellung auch die politischen Hintergründe skizzierte. Jenes Pulverfass, das durch die Isolation Deutschlands mit der Annäherung an Österreich-Ungarn entstanden war und daher mit den russischen Interessen auf dem Balkan kollidierte. Damit sei Deutschland nicht nur isoliert gewesen, es sei auch eine explosive machtpolitische Mischung in Europa entstanden, deren Lunte durch das Attentat auf den österreichisch-ungarischen Thronfolger in Sarajewo im Juni 1914 entzündet wurde. Der Vernissage-Redner ging auf den Dreifronten-Krieg ein.

Die Ausstellung der Landeszentrale für politische Bildung konzentriert sich auf die drei Themenbereiche „Kriegsbegeisterung, Propaganda und Fronterlebnis“, Heimatfront und Nachwirkungen. Jedem Themenbereich sind acht Ausstellungstafeln zugeordnet. Zur Doppelausstellung gerät die Präsentation durch einen lokalen Teil mit Exponaten aus Oberkochen, die von hiesigen Familien zur Verfügung gestellt wurden. Darunter befinden sich viele Fotos, Kriegstagebücher, Antiquitäten, Ehren- und Gedenkzeichen sowie Epitaphien. Auch das Eiserne Buch, in dem die Gefallenen des Ersten Weltkriegs vermerkt sind, ist im Rathaus ausgestellt.

Die Ausstellung zeigt auch, wie aus Feindschaften Freundschaften entstanden sind. So ist zum Beispiel ein Teil der Foto- und Textdokumentation dem Bau der Wasserversorgungsstollen bei Dives-sur-Mer und beim Osterbuchstollen in Oberkochen gewidmet.

Lothar Schell, Schwäbische Post

 
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