Grüße aus der Toskana

Bürgermeister Peter Traub besucht Familie Hügle in Barberino Val d‘Elsa

„Ehemalige Oberkochener sind auf der ganzen Welt zu finden, dies liegt nicht zuletzt an unseren Weltunternehmen“, sagt Bürgermeister Peter Traub. Während seines Urlaubs in der Toskana war er zu Gast bei dem Ehepaar Fritz und Luitgard Hügle.

Luitgard und Fritz Hügle sind Mitte der 1960er Jahre nach Italien ausgewandert und haben es nie bereut. (Foto: ls)

Oberkochen-Poggibonsi. Luitgard Hügle ist eine geborene Grupp. Die Grupps sind in Oberkochen so etwas wie eine Dynastie. Luitgard Grupps verstorbener Bruder Herbert, in Oberkochen liebevoll als „Hättere“ bekannt, war ein Original und an seinem Imbisstand sind nicht nur Zeissianer gerne eingekehrt.

„Alljährlich versende ich rund 80 Weihnachtsbriefe an ehemalige Oberkochener Bürgerinnen und Bürger, die teilweise vor vielen Jahrzehnten ausgewandert sind und in Europa, Kanada, USA, Südamerika oder Australien eine neue Existenz aufgebaut haben“, sagt Bürgermeister Traub. Besonders schön sei natürlich ein Wiedersehen im Wohnzimmer der Auswanderer.

Während seines Urlaubs in der Toskana traf Traub mit Luitgard und Fritz Hügle zusammen, die schon seit rund einem halben Jahrhundert in Barberino Val d‘Elsa nahe der Stadt Poggibonsi in der Toskana leben. Fritz Hügle stammt aus Rottweil. Beruflich fand er den Weg ins Zentrum der werkzeugherstellenden Industrie nach Oberkochen, wo er seine spätere Frau Luitgard kennenlernte.

Mitte der 1960er Jahre siedelte das Ehepaar nach Poggibonsi in Italien über, wo Fritz Hügle ein Vertriebs- und Service-Unternehmen für Maschinenwerkzeuge gründete. „Ich beschäftigte damals bis zu 80 Mitarbeiter, musste das Unternehmen aber aus Altergründen aufgeben, da sich kein Nachfolger fand“, erzählte er seinem Urlaubsgast aus Oberkochen. Fritz Hügle war unter anderem auch als Repräsentant für die Werkzeugfirma Oppold tätig. Er belieferte vor allem die holzverarbeitenden Unternehmen in Norditalien und übernahm den Service für die verkauften Werkzeuge.

Luitgard Hügle, eine waschechte Oberkochenerin, erzählte indes von ihrem verstorbenen Bruder „Hättere“, den in Oberkochen einfach so gut wie jeder kannte und der mit seiner unnachahmlichen Art auf die Leute zuging und Begegnungen schaffte. Nicht unerwähnt ließ sie natürlich auch ihren Bruder Paul Grupp, der noch heute im elterlichen Haus in der Dreißentalstraße in Oberkochen wohnt.

 

Das Paar möchte bei der Tochter bleiben

„Es war nicht ganz ungewöhnlich, in den 1960er Jahren die Heimat zu verlassen und nach Italien zu ziehen“, erinnert sich Luitgard Hügle. „Natürlich komme ich immer wieder gerne nach Oberkochen, Heimat bleibt Heimat“, sagt sie. Zurückkehren wolle man aber nicht, zu sehr habe man sich an die italienische Lebensweise und ans toskanische Ambiente gewöhnt. Vor allem aber möchte das Paar in der Nähe der Tochter bleiben, die Forstwirtschaften studiert hat und außer der deutschen die italienische Staatsbürgerschaft besitzt. Demgegenüber hat der Sohn der Hügles wieder den Weg nach Deutschland gefunden. Er lebt und arbeitet in Berlin.

Bereut haben die Hügles ihren Entschluss nicht, denn „ihr Haus liegt inmitten der wunderschönen toskanischen Hügellandschaft“, sagte Bürgermeister Traub nach seiner Rückkehr. Von der Terrasse aus könne man die hochgezogenen Geschlechterhäuser der weltbekannten Stadt San Gimignano sehen.

Lothar Schell, Schwäbische Post

 

 
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