Mühlenbuch als Leihgabe in die Mühle?

Mühlenbuch des Heimatvereins soll zur Eröffnung der Schaumühle neuen Platz finden

Wenn am 14. September der Mühlenverein seine Schaumühle eröffnet, soll auch das aus dem Jahre 1751 stammende Mühlenbuch den Weg dorthin finden. Seither liegt das Mühlenbuch wohlbehütet in einer Vitrine im Heimatmuseum des Heimatvereins im Schillerhaus.

Heimatvereinsehrenvorsitzender Dietrich Bantel mit dem Mühlenbuch. (Foto: Lothar Schell)

Die Eigentumsverhältnisse des Mühlenbuches sind klar definiert. Am 15. September 2003 hatte Anni Borst nach dem Tod ihres Mannes Walter Borst das Mühlenbuch dem Heimatverein Oberkochen übereignet. In einer gemeinsamen Sitzung des HVO-Vorstands und des HVO-Ausschusses Ende Juli sei diese Tatsache einstimmig bestätigt worden, so Dietrich Bantel auf Nachfrage. Einig sei man sich auch darüber gewesen, dass das Mühlenbuch im Besitz des Heimatvereins bleiben müsse.

HVO-Vorsitzender Karl Elmer hatte in dieser Sitzung auch den Wunsch des Vorsitzenden des Mühlenvereins Herbert Soutschek vorgetragen, dass dieser das Mühlenbuch zur Eröffnung der Scheerer-Schaumühle gerne in der Mühle hätte. „Wir können diesem Wunsch entsprechen und das Mühlenbuch als Leihgabe überlassen, bis klar ist, wie die räumlichen Schwierigkeiten des Heimatvereins gelöst werden“, gibt Dietrich Bantel die Eindrücke aus besagter Vorstandssitzung wieder. Beschlossen habe man auch, dass am Ausstellungsort in der Mühle etwa durch ein Messingschildchen erkennbar sein müsse, dass es sich um eine Leihgabe des Heimatvereins an den Mühlenverein handle.

Der Mühlenverein müsse auch für die äußeren Bedingungen und sachlichen Voraussetzungen zur Unterbringung des Mühlenbuchs Rechnung tragen. Hierzu zählten unter anderem „eine einbruchsichere Vitrine und kein Tageslicht“, so Bantel weiter. Beschlossen wurde ferner, dass dem HVO vom MVO die leihweise Überlassung schriftlich mit Datum bestätigt werden muss. Schließlich bleibe das Mühlenbuch über den Heimatverein bei der Stadt versichert.

Dass das Mühlenbuch „ein historisches Juwel“ ist, lässt Bantel nicht außen vor. Dank des Mäzens Hans Betzler wurde das Mühlenbuch von einer Fachfirma restauriert. Das Buch besteht aus vierzig beidseitig beschriebenen, also achtzig Seiten, im sogenannten „Kanzleiformat.“ In 13 Kapiteln sind die wichtigsten, vor allem verwalterischen Zusammenhänge dargestellt.

Auf Anfrage meinte der Vorsitzende des Mühlenvereins Herbert Soutschek lediglich, dass „wir einen Weg finden sollten, dass das Mühlenbuch dort hinkommt, wo es hingehört, nämlich in die Mühle.“

Dass es zwischen Heimat- und Mühlenverein in Oberkochen immer wieder knistert, ist kein Geheimnis. „Wir als Heimatverein wollen aber keinen Zwist, im Gegenteil“, sagt Dietrich Bantel. Man wolle mit der Zurverfügungstellung des Mühlenbuchs dem Mühlenverein die Hand reichen. „Ich erkenne nämlich immer noch die Chance, dass eines Tages vielleicht doch ein gemeinsamer Verein à la „Heimat- und Mühlenverein entstehen könnte“, fügt der HVO-Ehrenvorsitzende hinzu. Die Mehrheit im Heimatverein teile durchaus diese Gedanken.

Lothar Schell, Schwäbische Post

 

 
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