Der Heimatverein benötigt mehr Platz

Im Gebäude in der Aalener Straße 21 will der Verein seine Ausstellung erweitern

Unmut herrscht beim Heimatverein, der im Schillerhaus im Gebäude in der Aalener Straße 19 mit dem Museum zu Hause ist. Die Stadt hat schon vor Jahren das Nachbargebäude in der Aalener Straße 21 erworben und dem Heimatverein zur Erweiterung für die Präsentation heimatgeschichtlicher Themen zur Verfügung gestellt.

Im linken Gebäude in der Aalener Straße 19 befindet sich das Oberkochener Heimatmuseum. Im Gebäude daneben in der Aalener Straße 21 will der Heimatverein seine Ausstellung erweitern. (Foto: Lothar Schell)

„Wann tut sich endlich was, wir wollen nicht bis zum Sankt Nimmerleinstag warten“, so der Vorsitzende des Heimatvereins Karl Elmer. Nach Gesprächen innerhalb des Vorstands sei man zum Schluss gekommen, nun nicht mehr in Geduld zu verharren. Das Gebäude in der Aalener Straße 21 ist ziemlich heruntergekommen und eine Sanierung wäre wohl bedeutend teurer als Abriss und Neubau. „Wir haben genügend Ideen für die thematische Weiterentwicklung unseres Heimatmuseums“, so Karl Elmer. Nur müssten Verwaltung und Gemeinderat Tacheles reden und dem Verein sagen, an welcher Stelle in der Prioritätenliste der Heimatverein mit seinem Anliegen platziert sei.

Angesichts der Großprojekte, die die Stadt in Angriff nehmen wolle, befürchte man, dass Heimatverein und Heimatgeschichte gewaltig ins Hintertreffen geraten könnten. Klar sei , dass sich der Heimatverein finanziell an einem Umbau mit seinen Möglichkeiten beteilige.

„Der Heimatverein und das Thema Aalener Straße 21 sind selbstverständlich nicht vergessen“, so Bürgermeister Peter Traub. Der Heimatverein wolle sein Heimatmuseum in diesem Gebäude erweitern. „Dieses Projekt ist für den Heimatverein wie auch für die Stadt Oberkochen wichtig“, versicherte Traub. Daneben gebe es für die Stadt aber bedeutende Pflichtaufgaben wie zum Beispiel die Weiterentwicklung der Gemeinschaftsschule Dreißentalschule zur Ganztagesschule. Auch habe der Gemeinderat einen verbindlichen Beschluss gefasst, das Freizeitbad „aquafit“ entweder grundlegend zu sanieren oder am Standort „Schwörz“ neu zu bauen. „Allein diese beiden Maßnahmen sind Millionenprojekte, die nicht auf einmal umgesetzt werden können“, unterstrich der Bürgermeister. Das Innenstadtprojekt „Neue Mitte“ und die Sanierung des mehr und mehr zerfallenden Wirtschaftsgebäudes der Scheerer-Mühle seien dabei noch gar nicht berücksichtigt.

„Alles auf einmal geht nicht“, bat Traub um Verständnis. Bei seiner nächsten Klausurtagung werde der Gemeinderat darüber beraten, in welcher Reihenfolge die Prioritäten gesetzt werden. „Ich verspreche, dass auch die Erweiterung des Heimatmuseums dabei berücksichtigt wird“, meinte Bürgermeister Traub. Und er fügte hinzu: „Sollten die Steuereinnahmen in den nächsten Jahren wider Erwarten noch mehr sprudeln als bisher, wird die Reihenfolge möglicherweise etwas rascher abgearbeitet werden können.“

Lothar Schell, Schwäbische Post

 

 
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