Serie »Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag«

 

Bericht 731
 

Alte und teilweise schon verloren gegangene Ausdrücke, Wörter und Begriffe – Teil 2 und d’r Dialekt

 

Vielleicht habt ihr auch Lieblingsworte, meine 5 Lieblingswörter sind folgende:

Heidenei. Ich liebe dieses Wort. Das hat nichts mit Heidenheim zu tun oder gar mit einem heidnischem Ei. Entweder sind wir erstaunt oder unwillig, wenn wir das Wort verwenden. Irgendwie scheinen aber da schon die Heiden drin zu stecken, wie auch bei Heidenarbeit, Heidengeld, Heidenspaß o.ä.m.

 

Heidenei, die Annemarie (Internet)

 

Petäterle. Des isch a Fuierzuig, des gatt oder au et. Oder au a Mädle, des mitgatt oder au et.

Halbdaggl. Das ist die höchste Stufe der Verniedlichung. Eine Halbierung, die eine Verdoppelung zum Ausdruck bringt – des kennet nur d‘ Schwoba.

 

Der Halbdackel – eine schwäbische biologisch-sprachliche Meisterleistung (Internet)

 

Hennadäbberla. Zwei stehen sich gegenüber, aber nicht wie in „High Noon“ als Revolverheld und Marshal, sondern als Mannschaftsführer z.B. einer Fußballmannschaft auf d’r Straoß en de Fuffz’ger Jaor. Jeder setzt einen Fuß vor den anderen und geht auf den anderen zu. Und wer keinen Schritt mehr setzen kann, hat verloren und der andere hat den ersten Zugriff auf die Besten, die dromrom standet.

Muggaseggele. Die kleinste Größeneinheit, die der Schwabe kennt. Mag sein, dass man beim SMT im Nanobereich oder „no kloiner schafft“, aber „s kloinschte isch ond bleibt s Muggaseggele“. So kloi schaffe kennet nur d‘ Schwoaba, dao kennat d‘ Jenenser no äbbes lerna.

 

Der Artikel – Der Die Das.

Jeder Ausländer (ui, das darf man ja heute auch kaum mehr sagen), der die deutsche Sprache zu erlernen und zu verstehen versucht, verzweifelt daran. Der Einzige, der voll durchblickt und den Artikel korrekt anwendet ist der Schwabe. Es hoisst oifach: Der Schoklaad, das Teller, der Butter. Warum isch des so? Weil die Dinge männlich sind, maximal sächlich sein dürfen – weiblich nur in der Mehrzahl. Dann kapitulieren wir. Ha no! Noch eine Bemerkung zu den Automarken. Wir sagen das Auto, aber der Audi, der BMW, der Opel usw. Bei den Motorrädern ist das aber anders. Wieder ist es das Motorrad aber die BMW, die Honda usw. Wie würden wir das einem Außerirdischen erklären?

 

Die männlichen Automarken (Internet)

 

Meine liebe Freundin aus Poggibonsi –

des Grupp’s Luitgärtle – verheirigte Hügle – hat da ein paar schwäbische Sprüch‘ aus ihrem familiären Oberkochner Umfeld gesammelt. Die braucht man nicht zu übersetzen. Wer’s net verschtaot, muaß halt äbber fraoge.

 

Bis zum Schluss haben wir mit Mutti 66 gespielt (Archiv Müller)

 

Im Sonnenberg 34

haben wir zuhause oft „66“ gespielt und als Mutti im Haus Sonnenberg 34 viele Jahre allein wohnte, haben wir bei unseren Besuchen oft mit ihr gespielt. Sogar, als sie in den letzten Wochen im Krankenhaus lag, wurde mit ihr noch gespielt. Der Gewinner hatte einen „Gartenzaun“ und der Verlierer eine sog. „Boll“ auf seinem Zettel. Ihre dabei sich immer wiederholenden Sprüche haben wir dann mal zusammengetragen, damit sie nicht verloren gehen:

„Ein Herz hat ein jeder / Herzlich lacht die Tante – und wie sie lacht / Es herzelet und wie es herzelet / Pikus der Waldspecht / Kreuziget ihn – na dann kreuzigen wir ihn eben / Schon wieder Herz / Du kriegst die Tür nicht zu – Du kriegst die Tür wirklich nicht zu / Wie stehts? / Ich krieg sowieso die Boll / Fangen wir grad an? / Schon wieder ist Herz Trumpf / Ich hab nur die Melder / Ich hab gemeldet / Hab ich gemeldet? / A Kart‘ zum Davonlaufen / Mein lieber Herr Gesangsverein / Ich hab schon wieder die Boll / Sachen zum Lachen / Oh jemine, mann-oh-mann / ja ja, Kreuz ist Trumpf und Herz soll helfen / Karo – schon wieder (obwohl gerade zweimal Kreuz Trumpf war) / Pik – Na ja / Ich hab 6 Striche und der Wilfried 3 und ich krieg eh‘ die Boll‘ / Das gibt’s ja gar nicht / Karo ist Trumpf – und es kugelt und wie es kugelt / Wieviel Bollen hab‘ ich? 8? So viel hab‘ ich noch nie gehabt / Wieviel brauch‘ ich? 33? (Dann deckt sie und verliert)“

 

Der „Done“ Gutheiß – oin’r, der am Stammtisch fehlt (Archiv Müller)

 

Das Sterben lässt sich nicht verhindern.

Sterben die Leut‘, so sterben auch deren Sätze, die wir noch lange hören, wenn wir uns an ihn oder sie erinnern. Wie pflegte der Gutheißa-Done an den Stammtischen immer zu sagen? „Loooooß amoal, dass d‘ au was woisch“ oder „iiieb’r d’r Leitz muasch duuuuuu mir nix v‘rzähla. Do woiß I älles.“ Aber eines stirbt niemals nie nicht: D‘ Oberkochner ganget immer ins Dorf. In d‘ Stadt fahret se naoch Oala oder Schduagr’t, wenn’s sei muaß au naoch Ulm. Au wenn mir seit 1968 a Stadt send.

 

Abschließend noch ein Wort zum Grüßen und zur Philosophie.

Egal wo’d noakommsch. Nur noch HALLO. Mir saget ällaweil no „GRÜß GOTT ond ADE“. Des han I los wäre müassa.

 

Eine Erkenntnis, die nur ein Schwabe haben kann (Internet)

 

Und dann haben wir noch einen großen Hang zu philosophischen, mitunter auch überheblichen, Erkenntnissen zu unserer Kultur wie folgender Spruch verdeutlicht: „Der Schiller und der Hegel, der Uhland und der Hauff, die sind bei uns die Regel, die fallen gar nicht auf.“

 

Dialekt in Oberkochen (1).

Der Bericht war schon fertig, da hat mich ein Email von „oim Bua aus‘m Dreißatal“, dem Hermann Metz aus Breisach, erreicht, der darin das Thema „Oberkochner Dialekt“ aufgriffen hat. Er hat wohl recht, dass sich in vielen Berichten solche Passagen finden lassen; sei es vom Didi Bantel oder von mir. Und da stellt sich natürlich zu Recht die Frage: „Ist das Oberkochnerisch?“ Und da antworte ich frank und frei – Nein. Der Didi hat halt immer sein „Schtuttgarderisches“ durchscheinen lassen und bei mir ist sowieso nochmal ganz anders: Aufgewachsen in Oberkochen, aber mit Hochdeutsch, da hat die Mutti schon darauf geachtet, auch wenn der Vati von Brastelburg war. Später habe ich dann auf Sylt und in Kiel sowie in Düsseldorf gelebt, die La-ied in Thailand und später die Renate in der Schweiz gefunden, da kann nur ein sprachliches MischMasch herauskommen. Didi hat sich dazu vermutlich schon einiges von den alten Oberkochnern anhören lassen müssen, wegen des Stuttgarter Honoratioren-Schwäbisch-Dialekts.

Also nutze ich die Gelegenheit dieses Thema mit dem über die alten Wörter und Sprüche zusammenzulegen und den Hermann mit einem Sprachkurs zu Wort kommen zu lassen:

In der Chronik des Heimatvereins begegnen uns zahllose im Dialekt geschriebene Passagen. Beim Lesen frage ich mich immer wieder, ob sie wirklich den Oberkochener Dialekt abbilden, den ich noch kenne. Ich möchte hier ausgraben, was mir in der tiefen Erinnerung von vor sechzig, siebzig Jahren noch in der Seele steckt. Dass sich in dieser langen Zeit das Sprechen verändert hat, da bin ich mir sicher. Was ich nicht weiß, ist, in welcher Weise das geschehen sein mag. Meine eigene Darstellung kann deshalb nur ein Blitzlicht aus den 40er und 50er Jahren sein. Hier wäre auch auf eine ganz große Schwierigkeit hinzuweisen:

Gibt es Regeln, an die man sich bei der schriftlichen Wiedergabe eines Dialekts halten kann?

Ich habe den Eindruck, jeder Dialektsprecher hat da seine eigenen Vorstellungen. Wenn es einen Oberkochener ins acht Kilometer entfernte Ebnat verschlägt, und er bleibt dort, wird er am Ende seiner Tage zugeben müssen: »Uiran Dialekt han i en maem ganza Lääbe et glernt.« Natürlich meint er damit die kaum erforschbaren Ebnater Feinheiten. Genau so wird es dem Ebnater ergehen, der »ens Daal naagheirigt hat. Boede schwätzet scho oogfähr gleich, abr halt et ganz.« Noch schwieriger wird es für einen gebürtigen Stuttgarter, der sich in Oberkochen niederlässt. In seinem Schwäbisch wird jeder Kochemer sofort die nicht-oberkochenerischen Entgleisungen erkennen. »Ond i bitt om Endschuldigong«: In meinen Ohren klang das Stuttgarter Schwäbisch schon immer »a bissle aageberisch«.

 

Dazu ein paar Beispiele aus der Sammlung „Witze und Anekdoten“:

Beitrag 9. …..Traurig sagt sie zum Mann mit der roten Mütze, als der an die Sperre zurückkommt: »Ja, ja, Herr Schaffner, des isch scho a traurigs Geschäft, fort zu wölla ond net fort zu könna.« Der Herr Schaffner klopft ihr freundschaftlich aufmunternd auf die Schulter und sagt: »Forzat Se no, Fraule«.

→ Ich habe es so gelernt: ... Traurig sagt sie zum Mann mit der roten Mütze, wie er an die Sperre zurückkommt: »Ja, ja, Herr Schaffner, des isch scho a traurigs Geschäft: furt z´ wella ond net furt z´ kenna.« Der Herr Schaffner klopft ihr freundschaftlich aufmunternd auf die Schulter und sagt: »Furzat Se no, Fraule«. (Oberkochener Frauen gingen zu meiner Zeit nicht fort, sondern furt.)

 

Beitrag 14. ….. „Beim Zeiss isch mr, – on beim Leitz schafft mr“.

→ I will ja et gscheidr sei wia andre Leit, abr i han´s so glernt: „Beim Zeiss isch ma, ond beim Leitz schafft ma“.

 

Beitrag 17. ….. „I däd eh’r sage »wie a Sau«, on guck, v’rglägg’rt hasch de au“.

→ Ich habe es so gelernt: ….. „ond guck, vrdriahlt hasch de ao“.

 

Beitrag 31. Die Frau sagt zu ihrem Mann: „Du, i glaub d’Welt gat ondr – mir sodded ons vorher no gegaseitig beichta, wo mir ons en onsaram Läaba ohtreu gewäa sen.“ Dem Bauern ist nicht sehr wohl, aber er sagt halt „ja“. Darauf seine Frau: „Also, fang Du drmit a“. Umständlich gesteht der Mann seine sechs oder sieben Fehltritte. Als er fertig ist, sagt er: „Sodale, on jetz bisch Du drah“. Seine Frau schaut Richtung Gewitterfront und sagt: „Schdeig mr da Buckl nuff, – dao henda kommt’s häalr!“

→ Ich habe es so gelernt: …..„Du, i glaub, d’Welt gat ondr – mir sodded oos vorher no gegaseitig beichta, wo mir oos en oosram Läba oodrei gewäsa send.“

»Ons« sagt in Oberkochen überhaupt niemand. Es hieß immer schon »oos«, näselnd ausgesprochen. ... »Sodale«, sagt die Frau, »ond iatzt bisch Du draa«. Seine Frau schaut Richtung Gewitterfront und triumphiert: »Maa schdeig mr da Buckl nauf – dao henda kommt’s häal

 

Beitrag 32. Während einer seltsamen Bahnfahrt, bei der sich der Zug zum Teil außerhalb des Gleises bewegt, erkundigt sich ein Oberkochener beim Zugführer: »Du sag amaol, wieso send mir denn grad vo de Glois ra, d’Böschong na, om ’n Apfelbohm rom, nao a Schdigg ‘m Kocher entlang on wieder nuff uff d’Glois?«

→ Ich habe es so gelernt: ….»Du sag amaol, wieso send mir denn grad von de Glois raa, d’Beschong naa, om an Apfelbaom rom, nao a Schdigg am Kocher entlang ond wieder nauf auf d’Glois?«

der Buchstabe ö (wie in Böschung) kommt im Schwäbischen überhaupt nicht vor, auch das ü nicht. Das Wörtchen »entlang« hat es, glaube ich, in meiner Sprache damals nicht gegeben. Man sagte eher am/da Kocher naa, oder am/da Kocher nauf.

 

Fazit:

„Deutsche Sprach‘, schwere Sprach“ und Oberkochner Schwäbisch ist schlichtweg nicht erlernbar, wenn es nicht über die Muttermilch eingesogen worden ist.

Im Beitrag Oberkochener Dialekt 1 wollte ich um Entschuldigung dafür bitten, dass es schon schwierig genug ist, Oberkochemerisch zu sprechen, aber um ein Vielfaches schwerer, es zu schreiben.

Dieser Beitrag ist nicht als Wörterbuch für Schwäbisch gedacht, aber an ein paar Doppelbuchstaben möchte ich noch zeigen, wie verzwackt die schwäbische Aussprache doch sein kann.

Nehmen wir das -eu. Meint man Heu, wird es wie Hae ausgesprochen. Ebenso ist es mit der Freude: sie wird zur Fraed. Und heute heißt haet. Wer neun Kinder hat, hat deren nae. Die Leute dagegen sind d´Leit, und wenn sie nach Lindau-Reutin fahren wollen, sagen sie Lindau-Reidin. Meint man neu, wird es wie nui ausgesprochen. Bei der Gelegenheit wird das Feuer zum Fuier, die Steuer zur Stuier und die Scheuer zur Schuier. Das kann man nur lernen, wenn man es mit der Muttermilch eingesogen hat.

Ich fasse zusammen: Das -eu wird zum -ae, -ei oder -ui, je nachdem, was ma genau moint. Ich habe behauptet, der Doppelbuchstabe -eu werde zum -ae, -ei oder -ui, je nachdem was ma genau moint. Wenn Sie das lernen wollen, »kenndat Sia scho bald auf dr ogsaddlda Sau naus«. Nehmen Sie doch nur das -au in dem an sich wichtigen Wort Sau. Sie haben dafür zwei Alternativen: Sie könnten es sprechen wie das au in Paul, in Auge oder im genau. Die spricht man wie ao: Paol, Aog, genao. In Sau hört sich das aber ganz anders an. Genau genommen, kann man auf einem Blatt Papier gar nicht beschreiben, wie man es aussprechen muss. Dazu müsste man an den Stammtisch oder auf den Markt gehen und einem alten Oberkochener genau »aufs Maul gugga und horcha, wie er schwätzt odr gronzt«.

Auch mit dem -ei ist es so eine Sache. Sag ich »mein Häuschen«, dann klingt das mein im Oberkochener Dialekt wie mae Heisle. (Entschuldigatse, der Doppelvokal -äu kommt glei naochher no dra). Also, »mein Häuschen« muaß ma obedengt so ausschbrecha: mae Heisle. ei wird zu ae. Folgerichtig ist auch ein Viertele Wein a Vierdale Wae. Steht das -ei im Ei (von dr Henn), mutiert es zum Oe, wobei das O ein offenes o ist, wie z. B. bei boerisch oder beim Oesa (Furunkel, den wir als Kinder oft am Hintern hatten). Das andere -o hört man bei obedengt. Das ist nicht offen, man muss es aussprechen wie Brot oder wie in »ein Ei«: oe Oe.

Ich fasse zusammen: Das -ei wird zum -ae, oder zum -oe, je nachdem, was ma genau saaga will.

Es war noch die Rede vom -äu im Häuschen, Räuschchen, säuseln. Das -äu wird im Heisle zum -ei. Dieses -ei ist unausprechlich, besteht das -e doch aus einem stumpfen a, wie zum Beispiel in Reidlenga (Reutlingen). Und was tut der Wind, wenn er nicht gerade bläst? Er seislt.

 

Oberkochener Dialekt 2.

Gehen wir noch zum Einzelbuchstaben -u. Er ist sehr einfach, wenn er in Unterkochen oder im Vaterunser, im drunten oder munter steht. Das -u wird in allen vier Fällen zu -o: »Ondrkocha, Vaadronsr, donda, mondr«. Habe ich aber in Oberkochen eine Wut, nao hane a Wuad. oogsaddlt = ungesattelt. Ich fasse zusammen: Das -u wird zum -o, oder es bleibt ein -u, je nachdem was ma genau hat saaga wella.

Sehr ergiebig wäre auch das -a, z. B. im Wort anbauen, aabaua. Bei der Erläuterung der Aussprache des -a müsste man oobedengt auf die Notwendigkeit des Näselns eingehen. Das -a bleibt ein richtiges offenes -a in dau naa, beim „Getz von Berlichenga“, und beim Bada (en dr Badwann). Aber in: »Leg dein Ranza dau naa« klingen alle drei a – also ich weiß es nicht, man kann den Klang nur auf Französisch erklären, z. B. das zweite a in „Maman“ (Mama), oder in „Je m´en fous“ (das ist mir egal), aber hier behelfen sich die Franzosen mit einem -e (in en) und mit viel Näseln. Und was kommt heraus? Ein originales schwäbisches Näsel- a. Probieren Sie´s einfach mal – »Brobierat Se´s oefach amaol«. In diesem Satz erkennen Sie, dass man das –a auch als ao aussprechen darf. »Fahrat Se mitam Zug noch Aola, nao wissat Se ällas«. Nur die Aalener wissen nichts, »dia send nemlich in Oola drhoem«.

Kurz gesagt: Es gibt so viele Oberkochener Aussprache-Eigenheiten, dass ma, wie ich schon angemerkt habe, manchmaul auf »dr ogsaddlda Sau naus kennd. Abr schea ond koschdbar send se älle. Odr: O je, ob dui Kooscht (Kunst) wohl älle Obrkochener no beherrschat«?

Den Oberkochener Dialekt erschöpfend zu behandeln, isch oomeeglich.

Ich möchte mit einer etwas längeren Textübung schließen. Sie soll seriös sein, wie es der Sache angemessen ist, also nicht von der Sorte: »Schällat Se et an sellra Schell, sella Schell schellt et – schällat Se dao diiba an sellra Schell, deane ihr Schell schellt«.

Die Übung ist für einen Neu-Oberkochener mit Vorkenntnissen gedacht.

„Gangat Se aufs Raodhaus ond sagat Se, Sia weddat gära ens Birgrbiro, ob Sia dao mit ebbr schbrächa kenndat. Des Fraelaen oder der Herr wurd wahrscheinlich em beschda Hochdeitsch saga, koe Problem, gangat Se grad durch. An dr Thek kenndat Se glei no frauga, ob ma hier au dschendra däd. Gangat Se also durch ond sagat Se, hallo Frau Sowieso, wann ischn de näggschd Gmoedraodssitzong? Secht sui mit a bissle zammazogene Aoga, des hoeß Schdadtrat, abr sui häb grad da Sitzongsbla vrlegt, nao sagat Se zuara, des sei Eane abr peinlich. Sollte sui draufnaa an roada Meggl griaga, kennat Se ja a weng zrugg schalda ond zuara saga, sui soll hondrt Maol entschuldiga, dees häbat Se wirglich et so gmoint. Abr Sia häbat no a Fraog: Obs en dr Volgshochschual an Deitschkurs gäb, wo Sia Ihran schwäbischa Text auf Ordografie briafa lassa kenndat, Sie seiat nemlich laedr Goddas a Raegschmeggdr, ausm Obrschwäbischa, Richdong Mäggabeira, Durlesbach.“

 

Wenn Sie folgende Aufgaben anstandslos erledigt haben, sind Sie vermutlich g’schafft, vielleicht sogar ganz aaaag’schafft od’r Se send verschossa worra.

1) Dean Text mit hegschdns zwoi Schnaufr voram Schbiagl iaba.
2) Ens Oberkochener Birgrbiro ganga, ond oem odr oenra dean Texd vordraga.
3) Nochdeam ma Sia nausgschmissa hat, en de näggscht Wirtschaft gange ond d´Enddeischong mitama Gläsle Bier odr zwoe naaschbiala.

 

Mir send halt scho die Beschte ☺ (Internet)

 

Reklamationen, Ergänzungen oder ein kräftiges „Ha no, so et“ sowie ein „der hat doch koi Ahnung“ ☺ bitte direkt an Hermann Metz metz5@gmx.de. I bea ooschuldig ☺.

Also, Ade und schwäbische Oberkochner Griiiiieße vom Billie vom Sonnenberg

 

Für einen Josefs-Bericht werden gesucht
Texte, Bilder und eigene Erinnerungen an den Josef bzw. den Josefstag und den damaligen und heutigen Traditionen.
Lasset mi et hänga und schicket mir äbbes mit dr Poscht odr per Mail. Danke.

 

Wilfried „Billie Wichai“ Müller, Email: wichai@t-online.de, Mobil: 0171 2217 530, Frühlingstraße 2, 73447 Oberkochen oder Postfach 1328, 73444 Oberkochen

 

 

 
Übersicht

[Home]