Serie »Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag«

 

Bericht 726
 

Unsere Schulen und LehrerInnen – Teil 5

 

Jetzt lassen wir noch Sabine Hartwig zu Wort kommen.

Erster Schultag. Im Jahr 1961 war mein erster Schultag in der Dreißentalschule. Nach der feierlichen Begrüßung der Erstklässler in der Schule, trafen meine Mutter und ich uns mit unseren ehemaligen Nachbarn, der Familie Schoch in deren Wohnzimmer, ein paar Stufen über dem „Spar“-Lebensmittelladen in der Dreißentalstraße. Zur Feier des Tages und zur Erinnerung an den Ersten Schultag ihres Sohnes Uli und mir gab Frau Schoch Nusshörnle und Nährbier aus. Ich hatte eine Zuckertüte, wie die Schultüte, die den angehenden Ernst des Lebens versüßen sollte, auch genannt wurde, die mit grünem Glanzpapier bezogen war und einem schönen Oblatenbild von „Schneeweißchen und Rosenrot“ geschmückt. Darin waren Buntstifte und einige Süßigkeiten, in Erinnerung ist mir wegen ihrer Schönheit die Tüte selbst geblieben.

Klasse 1c bei Frau Wurst. Das Klassenzimmer meiner Klasse 1c war im Mittelbau des Schulgeländes links und mit Fenstern nach vorn. Unsere Klassenlehrerin war Fräulein Goßner, eine große kräftige früh ergraute Frau aus Rumänien, mit einer lauten Stimme und einem rollenden R, die die über 40 Schüler jederzeit fest im Griff hatte. Damals war das „Handanlegen“, wie von einigen anderen auch schon angemerkt wurde, noch nicht verboten. Aus diesem Grund war es üblich, Kinder, die ihre Hausaufgaben nicht gemacht hatten, mit heruntergezogenen Hosen über das Lehrerpult zu legen und eindringlich körperlich zu ermahnen. Fräulein Goßner heiratete und trug danach den Ehenamen Wurst, unter dem sie noch vielen Schülergenerationen bekannt ist.

Ich kann mich an folgende Mitschüler in der Grundschule erinnern.

Buben: Rolf Maier, Norbert Strese, Detlef Hergesell, Herbert Rauer, Peter Hirsch, Richard Burger, Gerhard Schuster, Thomas Vilgis, Hans Joachim Bayer, Rainer Juraschka, Stefan Opitz.

Mädchen: Sigrun Eichentopf, Maria Blobel, Helga Moser, Gabi Kadura, Doris Englert, Gabi Krumbein, Gabi Cziollek, Ute Geritzen, Viola Zilger, Rita Janowitz, Sylvia Rau, Hildegard Barth, Ursula Gold, Annemarie Trittler, Dorothea Kommander, Barbara Czerner, Martina Betzler, Martina Weissbach, Doris Laidler, Adelinde Leis, Inge Keil, Conny Müller, Monika Seyffarth, Carola Kessler, Ingeborg Wendt, Andrea Geiger, Sieglinde Wirkner, Erika Krenz, Ursula Porzig, Elisabeth Ebert.

Aus dem Unterricht. Damals war die Tiersteinschule noch nicht gebaut und auch die Kinder aus der neugebauten Carl Zeiss Werkssiedlung und den nördlichen Ortsteilen wie Adalbert-Stifterweg mussten ein bis zweimal am Tag zu Fuß den Schulweg ins Dreißental zurücklegen. Es war nicht üblich, dass die Kinder von Eltern begleitet, geschweige denn chauffiert wurden. An den ersten Schultagen ging mal die Mutter mit, bis sichergestellt war, dass ich den Weg allein finde, danach ging es allein und mit Mitschülern aus der Nachbarschaft, in meinem Fall waren das Sigrun, Helga und Rolf. Wir hatten soweit ich mich erinnere dienstags und donnerstags auch nachmittags Unterricht, die etwas lockereren Fächer Musik und Malen. Zumindest in der ersten Klasse hatten wir auch noch samstags bis Mittag Unterricht. Auch der Samstag war noch Arbeitstag, es galt die 6-Tage-Woche und mein Vater musste auch samstags bis zur Mittagszeit beim „Zeiss“ arbeiten. Zum Schreiben haben wir in den ersten Monaten noch eine Schiefertafel mit einem weißen Stift, dem Griffel, benutzt. Die Tafel war mit Erstklässler-Hilfslinien bedruckt und wenn es nicht schön genug geschrieben war, oder Fehler drin waren, ging die Mutter oder die Lehrerin mal schnell mit dem Schwamm drüber und dann mussten wir nochmal von vorne anfangen. Heute nur noch eine Redensart, früher bitterer Schüleralltag. Unser Lesebuch trug noch den Titel “Fibel”. Die Hauptdarsteller waren Hans und Lotte. Ich habe wenig angenehme Erinnerungen an die Grundschulzeit, vornehmlich ein unangenehmes ängstliches Gefühl im Bauch, den Geruch von Lederranzen, in denen das Vesper aus Butterbrot und Apfel transportiert wurde, der Geruch der Schulmilch in kleinen Glasflaschen mit Aludeckeln, die im Winter in Gestellen an die Heizkörper gehängt wurde, um dann etwas lauwarm noch weniger gut zu schmecken. Aus dem Lesebuch erinnere ich mich an eine witzige Geschichte (genau genommen war es ein Auszählreim) von „der kleinen Dickmadam“: Eine kleine Dickmadam / fuhr mal mit der Eisenbahn. / Dickmadam, die lachte, / Eisenbahn, die krachte. / Eins, zwei, drei, / und du bist frei! Bespaßung war im Unterricht normal nicht vorgesehen. Man musste sich für Antworten auf Fragen der Lehrerin mit ausgestrecktem Arm und Zeigefinger melden und wenn man aufgerufen wurde, aufstehen. Aufgestanden wurde auch bei Unterrichtsbeginn, wenn die Lehrerin das Klassenzimmer betritt: „Guten Morgen, Frau Wurst. Guten Morgen, Kinder.“ Nach der Schiefertafel kam das dunkelblaue Schreibheft mit weißem Namensschild in DIN A5. Nach jedem Text, den die Lehrerin im Unterricht diktierte oder nach den Hausaufgaben musste eine Zierleiste eingefügt werden, in eine Zeile des Hefts also eine Deko mit der Fantasie überlassenen Zierlinien, farbig ausgemalt. Dafür hat mir immer die Geduld gefehlt und ich habe die Zierleisten lieblos gehudelt, was mir kein Lob einbrachte.

Sportunterricht. Wir hatten Sportunterricht bei Fräulein Ulmer. Das Turnzeug war ein schwarzes Leibchen, Tanktop würde man es heute nennen und eine schwarze Hose aus dehnbarem Material - Helanca! Oft habe ich das Turnzeug entweder zuhause oder in der Turnhalle vergessen, dann musste ich es holen gehen, was mir sehr peinlich war. Vor Beginn des Unterrichts mussten wir uns der Größe nach aufstellen, es hatte noch etwas Paramilitärisches an sich. Verleidet wurde mir damals für mein weiteres Leben der Ballsport mit dem Spiel Völkerball, einem Wettkampf, bei dem die Spieler der gegnerischen Mannschaft (sind es die Feinde von anderen Völkern?) mit einem Ball (z.B. in die Magengrube) abgeschossen werden. Seitdem mir das passierte, weil ich nicht schnell genug reagieren konnte und mir die Luft wegblieb, hatte ich Angst vor Bällen und habe dann damit freiwillig nur noch gegen die Wand an unserem Haus gespielt.

Evangelische Religionslehre. Ich nahm am evangelischen Religionsunterricht bei Herrn Franz teil. Ich habe ihn stets freundlich in Erinnerung, er war nicht zornig, wenn er an Schüler, die ihre Liedverse nicht gelernt hatten oder schwätzten, seine brachialen Strafen austeilte. In der Ecke stehen und dabei einen schweren Holzstuhl hochhalten oder nur“ in der Ecke stehen“, um vor der Klasse gedemütigt zu werden. Auch das kollektive im „Chor sagen“: „Wir sind die Dummenkönige“ war schon sehr daneben. Angesichts dieser drohenden Konsequenzen tat man gut daran, die Verse zu lernen, so dass ich als nachhaltig Gottlose bei sehr seltenen gelegentlichen Gottesdienstbesuchen noch heute auswendig beim Singen mithalten kann. Meine Liebe zur Kirchenmusik hat wohl da ihre Wurzeln. Sein Unterricht war jedoch spannend. In seinem Vortrag der biblischen Geschichten wurden die Personen und Ereignisse lebendig, die sich mir für immer eingeprägt haben. Nach seiner Darbietung der Geschichten haben wir diese bildlich in unseren Heften dargestellt. Später gab es Geschichten von den Missionaren in Guinea, bei denen Menschenfressern eine Rolle spielten und anderen Abenteuern, welche diese bei ihrer Arbeit erlebten. Herr Franz war einer der ersten umweltbewussten Menschen, an die ich mich erinnere. Er brachte uns bei, beim Händewaschen das Wasser nicht laufen zu lassen, sondern abzustellen, um das Wasser, das bei Menschen in anderen Ländern mangelt und kostbar ist, nicht zu verschwenden. Ich denke am Waschbecken noch oft an ihn.

Handarbeitsunterricht nur für Mädchen fand im Souterrain statt. Wir lernten Sticken, Stricken und Häkeln und mir fiel es immer schwer, mich an das Schweigegebot während der Stunde zu halten. Es ist doch so nett beim Stricken ein bisschen zu plaudern. Aber das war nicht erlaubt und wenn ich den Mund überhaupt nicht halten konnte, musste ich öfters allein vor dem Unterrichtsraum auf dem Flur sitzen. Frau Kalmbach hatte eine nette Art, uns vom Schwätzen abzuhalten, indem sie uns Geschichten von „Murmeli“, dem kleinen Murmeltier vorlas. Ich stand mit den Handarbeitslehrerinnen meistens auf Kriegsfuß und mochte die Handarbeiten damals nicht, erst 10 Jahre später bin ich auf den Geschmack gekommen und dank der Grundlagen, die mir beigebracht worden waren, bin ich heute eine begeisterte Textilhandwerkerin mit Wolle und Stoff.

Klasse 3c und 4c. Unser Klassenlehrer in der 3. und 4. Klasse war Herr Heitele. Er trug im Unterricht immer, wie die meisten Lehrer einen weißen Arbeitsmantel, um seine Kleidung vor dem Kreidestaub zu schützen. Ich erinnere mich am besten an seinen Heimatkundeunterricht. Wir lernten, eine Landkarte und einen Fahrplan bzw. ein Kursbuch zu lesen. Wir froren einmal im Winter auf dem Fensterbrett Wasser ein, bis das Eis das Glas sprengte. Wir säten Sonnenblumen und beobachteten das Keimen und Wachstum der Pflanze. Wir machten mit dem Zug Ausflüge in die Reichsstadt Aalen besichtigten die historischen Häuser und erfuhren einiges über das Leben im Mittelalter und zur Römerzeit am Limes. Wir lernten die Arbeit der Bauern und der Handwerker kennen und erfuhren, wie ein Haus gebaut wird. Viel Weltwissen für das ganze Leben.

Ordnung im Schulalltag. In der großen Pause mussten sich alle in den Schulhof begeben, zuvor gab es noch Gelegenheit bei Herrn Burkhard, dem leicht aufbrausenden Hausmeister im grauen Arbeitsmantel, aus einem großen Weidenwäschekorb Brezeln oder Wecken vom „Storchenbäck“ für 10 Pfennig als Vesper zu kaufen. Bis heute gehört Laugenbrezel mit Milch zu meinen Lieblingsvespern. Beim Klingeln zum Ende der Pause mussten sich alle Schüler klassenweise in Zweierreihen vor den Türen aufstellen und geordnet und ohne zu Lärmen durch die Flure, vom Lehrer angeführt, zurück ins Klassenzimmer zu gehen. Mir fiel vor ein paar Jahren noch ein Blatt in die Hände, wo ich als notorische Schwätzerin mit ungelenker Schrift zehn Mal schreiben musste: „Ich darf im Gang nicht lärmen.“

Kinderfest. Höhepunkt des Schuljahrs vor den Sommerferien war schon damals das Kinderfest auf dem Volkmarsberg. Jede Klasse hatte ein Thema, zu dem sie Verkleidungen oder Accessoires auf den Berg trugen. Diese wurden von den Lehrern ausgegeben und waren von den Eltern zu basteln. Ich habe diese Anweisungen wohl öfter erst im letzten Moment meinen Eltern bekanntgegeben, die dann in Panik gerieten und in aller Schnelle etwas improvisieren mussten. Einmal hatte in unserer Klasse jeder Schüler ein Schild mit einer deutschen Münze zu tragen. Mein Papa hat mir eine wunderschöne Zwei Pfennig Münze aus Pappe gebastelt, mit kupferfarbenem Bucheinbandpapier bezogen und an einem Holzstecken angebracht. Alle Kinder bekamen auf dem Berg einen Wecken und eine Wurst als Vesper, beides wurde aus riesigen Weidekörben ausgegeben und hat immer wunderbar geschmeckt und ich esse heute noch gern einen frischen Wasserwecken mit einer kalten Wurst und erinnere mich dabei an das Kinderfest. Mit dem Rektor Hagmann als Dirigenten wurde gemeinsam aus vielen hundert Kehlen gesungen. “Geh‘ aus mein Herz und suche Freud” und am Schluss: “Kein schöner Land in dieser Zeit”. Mit diesem Ritual und dieser Musik verbinde ich bis heute mein Heimatgefühl für Deutschland, es ist meine schönste Erinnerung an die Grundschulzeit in Oberkochen.

 

Der früh verstorbene Michael Gold erinnert sich (von mir leicht überarbeitet) im Jubiläumsheft zum 25ten in Auszügen an die Tiersteinschule:

…..“und wenn eure Eltern mit Sensen und Dreschflegeln kommen, ist mir das Wurst“ so lautete ein oft gebrauchtes geflügeltes Wort von Alfons Hermann, wenn wieder mal jemand seine Geduld über Gebühr strapaziert hatte, bevor es die Quittung mit dem Zeigestock auf den Hosenboden gab. Da fragt man sich wie viele Zeigestöcke manche Lehrer und Pfarrer in ihrem Berufsleben wohl gebraucht haben mögen. Nun war Lehrer Hermann auch im Werfen mit demselben olympiareif. Ein Temperamentsausbruch übermannte ihn, als er den Stock an die Tür werfen wollte. Der Wurf war technisch einwandfrei, jedoch – Tür und Tor standen offen und das Wurfgerät schlug gegenüber in einer Glastür ein, die sich mit Getöse verabschiedete. Selten habe ich in meinem Schülerleben einen Lehrer so kleinlaut gesehen – vom Herrmann zum Herrmännchen. Berüchtigt waren auch die kurzzeitigen Arreste im Handarbeits-Vorbereitungsraum. Was die Sache milderte, war der Umstand, dass man sich aus den dort befindlichen Schnüren hervorragende Lassos zum Cowboyspiel knüpfen konnte…..Unvergessen auch die Proben im Schulchor, wo er sich als Leiter öfters den Xylophonschlegel in den Mund schob, um uns zu zeigen, wie weit man den Mund beim Singen (aber nur dort) aufzumachen hatte….Unvergessen auch die morgendliche Begrüßung, zu der wir nach dem Morgenlied täglich im Einmaleins geprüft wurden. Wer’s wusste, durfte sich setzen (scheint an OKO-Schulen ein beliebtes und erfolgreiches Spiel gewesen zu sein) und wir haben davon profitiert. Dann gab es noch das Frl. Elisabeth Zielonka, die uns mit Schönschreibübungen traktierte und zu jeder Arbeit eine Note für Schrift vergab. Geholfen hat es nicht und jede noch so gute Arbeit konnte mit einer „5“ für Schrift befleckt werden. Allgemein gefürchtet waren ihre Tatzen, die sie für Vergehen aller Art freigiebig verteilte. Ah, da haben wir den Beweis, die Damen konnten das also auch. Pädagogik hatte damals eben auch eine körperliche Komponente. Bis eines Morgens ein ruchloses Verbrechen aufgedeckt wurde, das bis heute nicht aufgeklärt werden konnte: Der Zeigestock hatte sich über Nacht in mehrere kleine, nun unbrauchbare, Teile vervielfältigt. Bleibt noch die Erinnerung an eine Lehrerin, die mit ihrer Klasse nach Ebnat wandern wollte und in Unterkochen landete – Heimatkunde war wohl nicht ihr Fach.

 

Ein paar Daten zu den alten Lehrer- und Lehrerinnen. Tätigkeitsdaten beziehen sich nur auf Oberkochen. Die Wohnangaben sind in der Regel die ersten Angaben, die zu finden waren. Die folgenden Listen erheben keinen Anspruch auf Vollzähligkeit und beinhalten z.T. auch damals „in Ausbildung befindliche“ und „nebenberufliche“ Kräfte:

 

40er und 50er Jahre und vorher

In den ganz alten Zeiten waren folgende Lehrer tätig: Christoph Jakob Adam, Bernhard Arno, Konrad Balluff, Jakob Heinrich Bitz, Karl Günter, Ferdinand Gutmann, Alfons Mager und NN Schneider. Ignaz Ubrecht war von 1929 bis 1944 in unserer Gemeinde tätig und hat sich große Verdienste erworben. Gottlob Braun wohnte im heutigen Schillerhaus in der Aalener Straße 19 und lehrte seit 1934. Er schrieb auch jahrelang für das Amtsblatt heimatkundliche Berichte über unsere Natur. Anton Maikler (auch „Grinsen“ genannt) stammte aus Oggelshausen (Saulgau) und kam 1940 aus Böblingen zu uns. Ab 1949 wurde er zum Rektor der Volkschule befördert. Wohnhaft war er in der Sonnenbergstraße 17. Josef Menzl war ein sehr guter Lehrer, der nach dem Krieg, ab 1946, viel in Oberkochen bewegte und, wie viele nach ihm, auch im Gemeinderat tätig war. Seine Wohnung hatte er in der Weingartenstraße 54 und stammte aus Lohm im Sudetenland. Mit Kollege Zweig verließ er einige Jahre später Oberkochen, weil sich beide Hoffnungen auf die Rektorenstelle gemacht hatten, die dann aber an Georg Hagmann vergeben wurde. Siegfried Höfel, ebenfalls in der Sonnenbergstraße 17 wohnhaft, kam aus Seimeni (Bessarabien), tat seinen Dienst von 1947 bis zu seinem frühen Tod 1958. Rosa Timm aus der Dreißentalstraße, geboren in Schwäbisch Gmünd, war seit 1948 an der Schule. Hans Zweig stammt aus Bierlingen (Horb) wohnte im Mahd 4 und unterrichtete seit 1949. Hildegard Thomayer ist gebürtig aus Haid (Sudetenland), startete 1952 mit einer Klasse 1, die 70 Schüler hatte und wohnte in der Dreißentalstraße 38. Schwester Regis aus der Schwesternstation unterrichtete Handarbeit seit 1952.Mein markanter Nachbar und Kegelclubbruder meines Vaters Anton Hölldampf, lebte mit Frau Klara und mit einem großen gutmütigen weißen Hund namens Adrian in der Sonnenbergstraße 23/1 und war seit 1952 an der Schule. Waltraud Hils kam aus Biberach und lebte im Kapellenweg 26 und lehrte seit 1953. Rudolf Heller, ein Lehrer, der viele Spuren in unserer Gemeinde hinterlassen hat, wohnte seinerzeit im Jägergässle 5, kam aus Hüttlingen und lehrte ab 1953 (später auch am Gymnasium). Dafür nahm er als Erwachsener noch anstrengende Weiterbildungen in Kauf, um als Gymnasiallehrer arbeiten zu dürfen. Ein Organist aus Leidenschaft und lange Zeit ein gern gesehener Sauna-Kollege in der Freitagsgruppe. 1953 begann Albrecht Gunzenhauser sein Wirken. Er wohnte in der Feigengasse 8, stammte aus Ulm und hinterließ große Fußstapfen, in die 1981 Franz Uhl an der Tiersteinschule erfolgreich stieg. Kurt Schmieg aus Westernach wohnte zuerst in der Gartenstraße 10 und begann seinen Dienst im Januar 1954. Ursula Wolters wurde 1954 von Waldhausen nach Oberkochen versetzt. Ende April 1954 kam Georg Hagmann, der in Oberkochen prägend tätig war und sich durch das Kinderfest und dem Abschusslied am Waldesrand „Kein schöner Land in dieser Zeit….“ in unseren Erinnerungen verewigt hat. 1955 kam die aus Bömisch-Kannitz stammende Gerhild Thiel und wohnte in der Lerchenstraße 9. Maria Holz aus Crailsheim wurde 1955 neue Lehrerin für Hauswirtschaft und Turnen (HWT), kam aus Marlach. Im selben Jahr begann Hanna Lange aus Heidenheim und ließ sich in der Lerchenstraße 3 nieder. Im Jahr 1956 kam die unvergessene Herta Kny, gebürtig aus Strachowitz, an die Schule und wohnte anfangs im Nelkenweg 2. Ebenfalls ab 1956 lehrte Maria Fehnl gebürtig aus Komotau und wohnhaft in Aalen. In der Sonnenbergstraße 21 zog Friedrich Ruoff, aus Heubach stammend, 1957 ein (Eine Tochter von ihm traf ich vor einiger Zeit als Lehrerin in der Dreißentalschule). Die Wienerin Gabriele Jungk ließ sich im Finkenweg 11 nieder und begann ihre Tätigkeit 1957. Die Aalenerin Dorothea Feihl begann im Jahr 1957. Ab 1957 unterrichtete der Aalener Lehrer Josef Wagner. Im Sonnenberg 21 zog der Lehrer Alfons Hermann 1957 ein. Der Gebieter über einen gefürchteten Rohrstock. Ob er wohl im Gemeinderat und zuhause auch so pädagogisch wertvoll auftrat wie in der Klasse? Und dann kam das Jahr 1959 und eine beeindruckende Persönlichkeit nahm seine Tätigkeit auf – Volkmar Schrenk aus Oberurbach und mit ihm arbeiteten folgende Lehrkräfte am hiesigen Progymnasium: Albert Diebel, Sigrid Bauer, Dr. Ilse Klieforth und Ilse Ehmann. Auch an der Volksschule finden wir 1959 neue Namen: Eva-Maria Erben (Lenzhalde 8), Adalbert Uhl (Sperberstraße 16), Ludmilla Bischler (Heidenheimer Straße 33), Hilde Köhler (Lerchenstraße 9), Ilse Keller als HWT.

 

1965 Das damalige Kollegium der Dreißentalschule (Archiv Rathaus)

Reihe 1: Braun, Kny, Pfarrer Forster kath., Hagmann, Pfarrer Geiger ev., Timm, Hermann, Westphal
Reihe 2: Zielonka, Erben, ?, ?, Bischler, ?, Jensen, ?, ?, Holz, ?, Heitele, Ruoff, Heller
Reihe 3: Jungk, Hausmeister Burghard, Kalmbach, Ulrich, Schmieg, Fahr, Franz, Nowotny, Rettenmaier, Gunzenhauser

 

1959 Das kleine Kollegium am Progymnasium Oberkochen im Bergheim (Archiv Rathaus)

Vorn: Schrenk, Kliefoth, Dibel
hinten: Vikar Klein kath., Ehmann, Bauer verh. Stadelmaier, Pfarrer Gottfroh ev.

 

60er Jahre

Otto Krug, gebürtig aus Gamburg a.d. Tauber sowie NN Dolderer und NN Heßdörfer stießen 1960 zu Schrenk’s Mannschaft. Die Volksschule wurde 1960 wie folgt verstärkt: Helga Ritter und Friederike Wieland (beide Lerchenstraße 9).1961, das Progymnasium rüstet auf. Es kommen das Fräulein Hildegard Ulrich (in der Oberlausitz beheimatet), Johannes Hils (1922 in Breslau geboren), Rudolf Thiem (Jhrg 1928 aus Ribnik / Sudetenland) und Wolfgang Schwab (1932 gebürtig aus Möckmühl). Auch an der Volksschule finden wir 1961 neue Namen: Elisabeth Zielonka und Gerfried Ullrich sowie HHT Margot Kalmbach. Der Lehrkörper (das Wort hat mir schon immer gefallen) wurde 1962 erweitert. Es kamen Horst Riegel, Diedrich Bantel (aus der Landes-Hauptstadt auf den Spuren seiner Vorfahren) und Lotte Kunrath (Jhrg 1940 gebürtig aus Zaim / Sudetenland) ans Gymmi und Evelyn Sund sowie Irene Strobel, die in der Lerchenstraße 9 logierten. 1963 finden wir Albert Seckler als Neuzugang, der sich in den folgenden Jahren in unserer Gemeinde vielfältig einbrachte und vielen Schülern als Lehrer, der Via Appia folgend, mit seinen germanischen Latein-Klassen in Rom einfiel. Im Jahr 1964 finden wir in der Volksschule neue Gesichter: Eva-Maria Wientzek, Angela Lindner, Wilhelmine Wurst, Diether Schimmel, Doris Jensen und Karin Ulmer (Aalener Aushilfe für Gymnastik). 1965 kamen Ludwig Nowotny, Herta Börner und Eckhard Sehl dazu. Am Gymnasium begannen NN Rapp und NN Lorenz ihren Dienst und Renate Zimmer und Ursula Thiem begannen als Aushilfskräfte. 1966 taucht in den Unterlagen erstmal Jörg Fäser auf, der bei den Schülern einen hohen Beliebtheitsgrad erreichte, weil er einfach anders war. Im gleichen Jahr begannen an der Volksschule drei neue Lehrer: Die gebürtige Oberkochnerin Gertrud Schmid, Bruno Erben und Isidor Rettenmaier, der in Oberkochen überaus nachhaltig wirkte und anfangs in der Volkmarsbergstr. 18, in der Sonnenbergstraße 23 und später im Tiersteinweg 12 wohnte. 1968 kam Hans-Jürgen Hermann ans Gymmi, um uns von „BotJug‘s“ Französisch zu kurieren. Ebenfalls neu waren NN Bertsch, NN Sauerer, NN Hohmuth, NN Stadelmaier und HHT NN Müller sowie Frau NN Wick, Frau NN Geiger, NN Schnapper und Edith-Susi Bantel. Die Volksschule wurde mit NN Haug, Margot Düver, NN Reu, NN Höcherl, HHT NN Dressel und NN Skudnik verstärkt. 1969 beginnt in der Volksschule Frau Edinger, Frau Kling, Frau Ehinger und Frau Lehmann, NN Barth und Frau Vierkorn. Am Progymnasium gibt es auch neue Kräfte: NN Schröpel, NN Kühn und HHT Gabi Jäger, die aber nicht lange blieb, weil sie eine unverrückbare Linie überschritten hatte – eine zu enge Beziehung zwischen Lehrer und Schüler.

 

1954 Der neue Rektor Georg Hagmann – er blieb bis 1971 (Archiv Rathaus)

 

70er Jahre

Rektor Hagmann, von der Dreißentalschule geht 1971 in Pension und zieht ins elterliche Haus nach Ummendorf. Neuer Rektor wird Ulrich Streu. Im gleichen Jahr macht meine Klasse (ohne mich) das Abitur in Oberkochen. Die Jahrgänger 1952/1953 und die Abiklassen 1971 und 1972 treffen sich noch heute jährlich zu einem Schulzeit-Treff, den ich regelmäßig organisiere. Wie überall werden die Infos (Vornamen, Zuzüge, Geburtsdaten u.ä.m.) über die Lehrer weniger und weniger und so kann ich oft nur, sehr unpersönlich, die Nachnamen auflisten:

 

1963 „Mein“ Lehrerkollegium am neuen Progymnasium am Tiersteinweg (Archiv Rathaus)

Vorn: Frau Seckler, Pfarrer Geiger, Schrenk, Pfarrer Forster, Ulrich
Hinten: Schwab, Riegel, Enders, ?, Bantel, ?, Krug, Fischer, Thiem

 

(Pro)Gymnasium

Frauen Arnold, Bantel, Boe, Bulling, Gentner, Hurlebaus, Jäger, Koalick, Kühn, Seckler, Stern, Thiem, Ulrich, Wagner, Wegiel, Weymer, Wick, Zimmer

Herren Bantel, Berger, Boe, Dr. Enders, Fahr, Fäser, Fetzer, Fischer, Heller, Hermann, Hohmuth, Ketterer, Klebes, Dr. Knödler, Krug, Post, Preis, Rapp, Riegel, Ritter, Sauerer, Schrenk, Schnapper, Schwab, Seckler, Stillenburg, Strohmayer, Thiem, Wagner, Widenmann, Winter

 

Dreißentalschule:

 

Lehrerin Kny mit einer Mädchenklasse hinter dem Schulhaus (Archiv Kny)

 

Frauen Düver, Edinger, Endner, Grupp, Heinrich, Heller, Hermann, Holz, Jensen, Jungk, Kappe, Kny, Krieg, Lehmann, Neuer, Pusch, Reu, Rudolph-Rup, Schewsky, Schmid, Schmieg, Schwark, Seibold, Skudnik, Vierkorn, Wiedenmann, Wurst.

Herren Barth, Bonnet, Brand, Büttner, Elser, Erben, Fahr, Heitele, Hutter, Kislat, Kümmel, Münch, Rettenmaier, Ruoff, Schmieg, Schönherr, Streu, Wacker, Wagner, Wiedenmann.

 

Tiersteinschule:

1965 beginnt die Geschichte dieser Schule unter dem ersten Rektor Gunzenhauser, der die Schule in unserem Betrachtungszeitraum prägte. Die meisten Lehrkräfte folgten ihm aus der Dreißentalschule und in späteren Jahren gingen auch manche wieder zurück.

Frauen: Eleonore Baumann, Irmgard Bäuerle, Ludmilla Bischler, Herta Börner, NN Buchheim, Gertraude Dukek, Dora Enders, Eva-Maria Erben, Marga Gold, Maria Holz, Hildegard Humpf, Sigrid Ittner, Doris Jensen, Margot Kalmbach, Evelyne Kappe, Uta Knoblauch, Rosemarie Köder, Katharina Krug, Christel Mayer-Rosa, Gerlinde Moritz-von-der-Heide, Elke Neuer, Helga Pusch, Gertrud Schmid, NN Schulz, Dietlinde Sehl, Rosa Timm, Elisabeth Viereck, Wilhelmine Wurst, Elisabeth Zielonka, Helga Zimmer-Gross.

Herren: Alexander Baumhauer, Oskar Gulden, Albrecht Gunzenhauser, Alfons Hermann, Gerhard Schönherr, Eckhard Sehl.

 

Rektoren.

Dreißentalschule (Zusammenlegung Dreißental und Tierstein 08/2017)

 

Tiersteinschule (Zusammenlegung Dreißental- und Tiersteinschule 08/2017)

 

Gymnasium (früher PGO, heute EAG)

 

Sonnenbergschule

 

Hausmeister.

Sie waren eine besondere Kaste an der Schule. Von der alten harten Schule bis zum gutmütigen Onkel waren da alle Schattierungen zu finden:

Dreißentalschule: Leonhard Burghard, Sepp Merz

Tiersteinschule: Klaus Schlipf, Alfons Högler

(Pro)Gymnasium: Herbert Riede

 

Religionsunterricht

war damals ein viel gewichtiger Teil des täglichen Schulablaufes und wurde von den nachstehenden Personen erteilt). Katholisch: Rudolf Hager (Pfarrer), Konrad Forster (Pfarrer), Rudolf Vogt (Pfarrer), Jan Snoeren (Pfarrer), Johannes Klein (Vikar), NN Grassel (Vikar), Marcell Gekle (Vikar), Helmut Waibel (Vikar), NN Klappenecker (Vikar), Peter Winter (Vikar), NN Höhnle (Vikar),Maria Abbuntiata (Schwester), Elisabeth Nadler (Katechetin), Stefanie Batzill (Katechetin), NN Heller (Lehrer), NN Krug (Lehrer), NN Roder (Diakon). Evangelisch: Georg Fiedler (Pfarrer), Hans Heinrich Gottfroh (Pfarrer), Peter Geiger (Pfarrer), NN Kurz (Pfarrer), Alfred Happ (Vikar), Lore Gradner (Vikarin,) Christa Kirsch (Katechetin), Else Bippus (Katechetin), Charlotte Schedler (Katechetin), Gustav Franz (Lehrer), NN Fahr (Lehrer), Gottlob Braun (Lehrer), Doris Jensen (Lehrer), Dora Enders (Lehrer), Vikar NN Oberkampf, Vikar NN Haug, Katechetin NN Schulz.

 

Geburts- und Sterbedaten nach Geburtsjahr sortiert (soweit aus den alten Amtsblatt-Ausgaben ersichtlich oder sonst bekannt) aller Schulen (wenn kein Sterbedatum eingetragen ist, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass sie oder er noch nicht gestorben ist):

Konrad Balluff 00.00.1799 / 00.00.1859 = 60
Christoph Jakob Adam 00.00.1801 / 00.00.1864 = 63
Alfons Mager 00.00.1878 / 00.00.1946 = 68
Karl Fischer 10.11.1878 / 08.03.1963 = 85
Ignaz Umbrecht 00.00.1880 / 00.00.1956 = 76
Karl Günter 00.00.1887 / 00.00.1934 = 47
Leo Klotzbücher 04.07.1887 / 09.11.1978 = 91
Anton Maikler 14.07.1897 / 17.09.1974 = 77
Gottlob Braun 01.09.1901 / 23.07.1984 = 83
Hans Zweig 27.12.1901 /
Georg Hagmann 05.10.1906/
Rosa Timm 25.02.1913 /
Hildegard Thomayer 26.05.1913 /
Josef Menzl 06.01.1914 / 31.03.1999 = 85
Elisabeth Zielonka 20.10.1915 / 01.01.2007 = 92
Anton Hölldampf 13.09.1915 /
Alfons Hermann 01.02.1916 / 21.07.1989 = 73
Otto Krug 07.02.1920 / 02.12.1983 = 63
Siegfried Höfel 30.03.1920 / 08.11.1958 = 38
Gabriele Jungk 06.04.1922 / 10.10.1991 = 69
Herdula Kny 17.04.1922 / 19.05.1999 = 77
Ursula Wolters 25.08.1924 /
Maria Holz 11.11.1924 /
Gerlinde Thiel 24.05.1925 /
Kurt Schmieg 31.07.1925 /
Edgar Westphal 16.11.1925 / 20.03.2008 = 83
Maria Fehnl 15.02.1926 /
Eva-Maria Erben 31.08.1926 / 16.06.1991 = 65
Volkmar Schrenk 13.01.1927 / 14.04.2007 = 80
Irmgard Kallenbach 21.03.1927 / 01.12.1981 = 54
Rudolf Heller 28.04.1927 / 04.06.2020 = 93
Waltraud Hils 07.01.1928 /
Friedrich Ruoff 09.04.1928 / 02.12.2006 = 78
Josef Wagner 31.08.1930 /
Albrecht Gunzenhauser 27.12.1930 /
Rudolf Heitele 10.04.1932 / 06.09.1999 = 67
Horst Riegel 15.06.1932 / 18.11.2017 = 85
Hanna Lange 15.09.1933 /
Jörg Fäser 30.08.1934 / 19.06.2016 = 82
Dietrich Bantel 25.07.1935 / 06.03.2018 = 82
Albert Seckler 10.09.1937 / 23.09.2011 = 74
Ulrich Streu 1937 /
Doris Jensen 03.07.1938 / 05.08.2010 = 72
Helmut Wagner 00.00.1943 / 15.04.1976 = 33

 

Lehrer Maikler mit der Mädchen-Abschlussklasse 1958 im altehrwürdigen Fuchsbau (Archiv Rathaus)

 

Lehrer Schmieg mit der Buben-Abschlussklasse 1958 im altehrwürdigen Fuchsbau (Archiv Rathaus)

 

Schluss.

Daten und Fakten zu sammeln war einfach nur eine monatelange Fleißarbeit. An persönliche Erinnerungen zu kommen war schon weit schwieriger, da ein öffentlicher Aufruf überhaupt zu keiner Reaktion führte. Nur die persönliche Anfrage im Bekannten- und Freundeskreis brachte dann doch einiges zusammen und dafür danke ich allen ehemaligen SchülerInnen sehr, denn ohne Erinnerungen und Geschichten ist so ein Bericht schlicht und einfach nicht realisierbar. Deshalb besten Dank an alle, die mich mit Text und Bild unterstützt haben, die im Text erwähnt sind und andere, die im Stillen zugearbeitet haben.

Mir hat es beim Schreiben sehr viel Spaß gemacht und Euch hoffentlich beim Lesen und Erinnern. Abschließend noch eine kleine knitze Bemerkung mit einem Augenzwinkern. Wir haben es schon weit gebracht – in über 100 Jahren von der Schiefertafel zum I-Pad und beide haben wohl fast die gleiche Abmessung.

 

Schiefertafel und I Pad- komisch, sind beide gleich groß (Internet)

 

1954 Die Lehrer Hölldampf und Maikler während des Besuchs von Theodor Heuss (Archiv Müller)

 

Wohnsituation.

Natürlich war die Situation auf dem Wohnungsmarkt auch für die Lehrerschaft schwierig, zumal es damals noch die sog. Residenzpflicht gab. Das bedeutete, dass die Lehrkräfte dort wohnen mussten, wo sie auch unterrichteten. Immer mehr Menschen zogen nach Oberkochen, überwiegend wegen der überaus positiven Entwicklung der Firma Carl Zeiss. Diese brachten Kinder mit oder sorgten zudem für noch mehr Kinder (die geburtsstarken Jahrgänge machten sich auf den Weg in die Gesellschaft) und die Lehrer, die zwangsläufig auch immer mehr wurden, weil auch die Schulen größer und mehr wurden, brauchten Platz zum Wohnen. Bevor die Lehrer mit ihren Familien eigene Häuser in den neuen teuren und sonnigen Wohngebieten bauen konnten, wohnten sie, wie die meisten anderen auch, zur Miete, die damals noch wirklich bezahlbar war – anders als heute.

 

Die Sonnenbergstraße.

Das war die Straße der Lehrer. Als Kind derselben habe ich das natürlich hautnah miterlebt, gab es doch in unserer Straße gleich drei Häuser für die Lehrer:

 

Das Haus mit der Nr. 17

beherbergte die Familien Höfel und Maikler (Amalie, Anton, Hans-Jürgen und Maria), Spätere Bewohner waren Azzara, Fischer, Gauss, Högler, Jäger, Kühnle, Peschel, Prinz, Schlatterer und nicht zu vergessen – wieder mal ein junger und überaus beliebter Lehrer – Götz Hopfensitz. Heute gehört das Haus der Familie Seims.

 

Das Lehrerhaus Sonnenbergstraße 17 – früher Maikler (Archiv Müller)

 

Im Haus Nr. 21

wohnten Alfons und Elisabeth Herrmann mit den drei Töchtern Mechthild, NN und Roswitha (später Lenzhalde 16) sowie Friedrich und Gudrun Ruoff mit den Kindern Karin, Thomas und Inga (später bei den Birken 5). Solange ich im Sonnenberg wohnte, schaute ich die letzten Jahre immer mit Wehmut auf dieses Haus – irgendwie erinnerte es mich an das Lied „vom alten Haus von Rocky Tocky“. Das Haus wurde 1956 von der Baugemeinschaft Trittler / Wingert zum Preis von 18.877 DM erbaut. Die Zimmerarbeiten wurden für 5.440 DM von der Arbeitsgemeinschaft Mannes / Brunnhuber und die Dachdeckerarbeiten von der Fa. Kratky für 997 DM sowie die Flaschnerarbeiten von der Arbeitsgemeinschaft Gerschon / Borst ausgeführt. Die Gemeinde konnte ein öffentliches Baudarlehen in Höhe von 22.000 DM für die Finanzierung in Anspruch nehmen.

 

Das Lehrerhaus Sonnenbergstraße 21 – früher Herrmann / Ruoff (Archiv Müller)

 

Haus Nr. 23

In den Unterlagen der jetzigen Besitzer Agnes und Dr. Ralf Wichard findet sich eine Bauzeichnung aus dem 1951, so können wir davon ausgehen, dass das Haus aus dem Jahr 1952 stammt. Wichards haben das Haus 1997 von der Stadt gekauft und Tipp Topp hergerichtet. Anfangs waren die Wohnungen kleiner (50er 15 qm, 60er 22 qm, 70er 26 qm bis heute mit 47 qm Wohnfläche je Einwohner) und so wurden die linke und die rechte Seite damals separat vermietet. Links wohnten: Der Polizist Alois Fuchs mit seiner Berta, später die Lehrer Dietlinde und Eckard Sehl. Auf der rechten Seite: Anton und Klara Hölldampf, Horst und Berthi Fahr sowie Gerfried Ullrich. Später belegte das ganze Haus die Familie Rudolf und Ottilie Heitele mit den Kindern Thomas, Eva-Maria und Jutta. Heiteles kamen 1963 nach Oberkochen. Vorher lebten sie in Dirgenheim, wo Rudolf von 1959 an aufwendig unterrichtete. Das bedeutete - 8 Klassen in einem Zimmer, wobei 1 Klasse sogar nur aus 1 Schülerin bestand. Aber auch dieses Kind musste auf Weisung der Schulbehörde unterrichtet werden. Kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Heiteles wohnten bis 1997 in diesem Haus. Damit ging die „Lehrer-Zeit“ im Sonnenberg zu Ende. Viele Lehrer wohnten auch im Enzianweg und später in den neuen Wohngebieten rund ums Gymnasium.

 

Das Lehrerhaus Sonnenbergstraße 23 – früher Fuchs / Sehl bzw. u.a. Hölldampf / Heitele (Archiv Müller)

 

Außerhalb der Sonnenbergstraße

wohnten die Lehrerfamilien (Quelle Einwohnermeldebücher 1959 und 1965) wie folgt;

Bantel Dietrich im Enzianweg 7 / Bischler Ludmilla in der Heidenheimer Str. 33 / Braun Gottlob in der Aalener Str. 19 / Düver Margot im Johan-Sebastian-Bach-Weg 10 / Dr. Enders Sigurd im Enzianweg 1 / Erben Bruno und Eva-Maria in der Lenzhalde 8 / Fischer Otto im Schubartweg 17 / Gunzenhauser Albrecht in der Volkmarsbergstr. 17/1 und im Kapellenweg 7 / Hagmann Georg in der Sperberstr. 16 / Heller Rudolf im Mahd 4 und in der Lenzhalde 24 / Jensen Doris im Hölderlinweg 12 / Jungk Gabriele im Gerhard-Hauptmann-Weg 77 / Klotzbücher Leo im Enzianweg 3 / Krug Otto in der Meisengasse 1 / Riegel Horst in der Volkmarsbergstr. 2 / Schmieg Kurt in der Kapellensteige 5 / Schrenk Volkmar im Tiersteinweg 12 / Schwab Wolfgang in der Langertstr. 8 / Seckler Albert in der Schillerstr. 18 / Thiem Rudolf im Adalbert-Stifter-Weg 22 / Timm Rosa im Nelkenweg 12 / das Frl. Ulrich Hildegard in der Schillerstr. 22 / Westphal Edgar im Enzianweg 7 / Wick Franz im Enzianweg 1 und in der Lenzhalde 41 / Zielonka Elisabeth in der Jenaer Str. 27 und Zimmer Renate in der Lenzhalde 23 (Kein Anspruch auf Vollständigkeit und keine Gewähr mit ohne Gewehr).

 

Ein Mathelehrer wollte auf seine Zeit zurückblicken.

Es soll ja eigentlich nicht nur ein Schüler-Rückblick sein, sondern auch ein Lehrer-Blick wäre sicher auch ganz interessant und amüsant. Bis zur Abgabe meines Berichtes ist aber leider von ihm noch nichts eingegangen. Sollte dennoch im Herbst noch ein Bericht ,durch die Lupe des Lehrers gesehen, eintreffen, werde ich das einfach im Jahr 2021 nachreichen. Seine Liebe zur Mathematik lässt sich an seiner Autonummer ablesen. Es hat ihm die Zahl „PI 3,14…“ angetan. Für die korrekte Anzeige ist aber sein Nummernschild etwas zu klein. Hat doch ein Franzose die Zahl bis auf 2,7 Billionen stellen ausgerechnet. Man braucht Aufgaben im Leben. „PI“ bedeutet auf Thai „Geist“. So weit hergeholt ist das nicht, denn diese Zahl hat schon etwas geisterhaft Geheimnisvolles an sich. Nicht umsonst übt diese Zahl bis heute eine große Faszination aus. Wer sich im Detail für die Zahl PI interessiert ist bei diesem Link bestens aufgehoben http://www.pi-zahl.de.

 

Wer noch etwas beitragen, anmerken, kritisieren will oder sich sonst wie beteiligen mag – nur zu. Die Kontaktdaten sind bekannt. Mit pädagogischen Grüßen grüßt der „Billie vom Sonnenberg“. Ich hoffe, dass es nun nicht heißt “Müller, setzen, ungenügend“, sondern eher „Wilfried, das war gut, dafür gibt’s eine 1 mit Sternchen“.

Das war der letzte Bericht im Jahr 2020. Schau’n wir mal was das kommende Jahr 2021 für uns bereithält, dem wir uns dann stellen müssen. Euch allen eine gute Zeit, schöne Weihnachten. Ab Januar 2021 melde ich mich mit neuen Berichten zu alten Zeiten zurück.

Danke sage ich allen, die hin und wieder ihre gut gemeinte Kritik oder notwendige Korrekturen geschickt haben. Die schweigende Mehrheit meisten hält es wohl auf gut schwäbisch: „Net g’schimpft isch g’lobt g’nuag.“ Jetzt habe ich a bissle übertrieben, denn auch ein Lob flattert doch dann und wann ins Haus. Und denen, die etwas zu berichten hätten, rufe ich zu – meldet euch, denn irgendwann geht das Feuer aus, wenn kein neues Holz geliefert wird – in diesem Sinne – Bleibet gsond.

Wilfried „Billie Wichai“ Müller, Email: wichai@t-online.de, Mobil: 0171 2217 530, Frühlingstraße 2, 73447 Oberkochen oder Postfach 1328, 73444 Oberkochen

 
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