Kegelklub und Römerkeller
Im Herbst des Jahres 1971 haben Schüler des Gymnasiums Oberkochen
unter der Gesamtleitung von Kreisarchivar Bernhard Hildebrand sen. vom
Landratsamt Aalen und meiner örtlichen Leitung den „Römerkeller“ ausgegraben.
Die Presse und sogar das Fernsehen erstatteten damals ausführlich Bericht zum
Fortschritt der Arbeiten und lobten die grandiose freiwillige Leistung der
Schüler - zumeist Zwölft- und Dreizehnklässler.
In dieser Zeit spielten sich viele markante Geschichten ab, die
vor allem für die Schüler interessant sind - was vorwiegend damit zusammenhängt,
dass kein Grabungstag verging, ohne dass, wenn es Nacht geworden war, in dem uns
von der Stadt zur Verfügung gestellten Bauwagens die Spenden der interessierten
Besucher und Zuschauer des Tages zur Stillung des Hungers und des Durstes
umgesetzt waren.
Da ging es hin und wieder so heiß her, dass der städtische Bauwagen zu kippen
oder gar abzuheben drohte.
Eine herrliche Episode anderer Art allerdings entstand gegen Ende
1971 oder Anfang 1972 durch irgendeine möglicherweise missverständliche
überörtliche Berichterstattung.
Bei Bürgermeister Bosch war auf dem Rathaus ein Brief mit einer Anfrage eines
Kegelklubs der Stadt Ulm eingegangen, der anlässlich eines sogenannten
Betriebsausflugs ins obere Kochertal auch einzukehren und deshalb dem
Oberkochener „Römerkeller“ einen Besuch abzustatten vorhatte.
Zur reibungslosen Abwicklung der Bestellungen möge die Stadt den Herren vorab
freundlicherweise die Speisekarte des „Römerkellers“ zusenden.
Diese Geschichte weiß ich vom Bürgermeister persönlich.
Leider verblieb das Schreiben des Ulmer Kegelklubs bei der Stadtverwaltung
Oberkochen.
Eigentlich würde es sich lohnen, danach zu forschen.