Am 26. März wurde im Rahmen eines Festaktes im »Bürgersaal« unserem langjährigen Vorsitzenden und aktuellem Ehrenvorsitzenden Gymnasialprofessor a.D. Dietrich Bantel die Ehrenbürgerwürde der Stadt Oberkochen verliehen. Der 1. Vorsitzende des Heimatvereins, Karl Elmer, stellte in einem Gruß- und Dankeswort das herausragende ehrenamtliche Engagement von »Didi« Bantel heraus.
|
|
| Dietrich Bantel (links) mit seinem Ehrenbürgerbrief, den ihm Bürgermeister Peter Traub überreichte. (Foto: ls) |
Im Folgenden der Wortlaut seiner Gratulation:
»Im Namen aller Vereinsmitglieder des Heimatvereins Oberkochen e.V darf ich stellvertretend als Vorsitzender und seit 3 Jahren als Nachfolger im Amt unserem Ehrenvorsitzenden Dietrich Bantel auf das Allerherzlichste zu dieser großen Ehrung gratulieren.
Eines der Hauptdenkmäler, das sich Dietrich Bantel in und für Oberkochen gesetzt hat, ist neben der Initiative zur Gründung des Heimatvereins vor allem natürlich das Heimatmuseum.
Frau Heckmann, Museumsreferentin des Ostalbkreises, urteilt wie folgt - ich habe diese Passage schon zum 70. Geburtstag des frisch gebackenen Ehrenbürgers vor nunmehr fast schon 6 Jahren zitiert, und sie hat auch in der Zwischenzeit nicht ihre Geltung verloren:
»Als Kopf und Motor des Heimatvereins Oberkochen hat Dietrich Bantel mit unermüdlichem Einsatz und hervorragendem Geschick bei der Themenauswahl ein Heimatmuseum von einer Qualität geschaffen, das in seiner Gattung in der Museumslandschaft des Ostalbkreises zu den beispielhaften gehört.«
Der Heimatverein will am heutigen Tag nicht nur diese Leistung unseres langjährigen Vorstandes hervorheben - zu vielfältig sind die anderen Verdienste Dietrich Bantels um unsere Stadt Oberkochen – wir sind in der vorab gehaltenen Laudatio unseres Bürgermeisters Peter Traub und in der Würdigung seiner Verdienste um das Gemeinwohl durch Dr. Klaus Holtz ja davon bestens unterrichtet worden.
In Stuttgart geboren, kam er 1962 als Studienreferendar an das damalige Progymnasium Oberkochen. Als erster Fachlehrer für Kunsterziehung baute er die Arbeitsbedingungen für sein Fach am Gymnasium hervorragend aus. Dank seiner Leistungen wurde er 1974 zum Gymnasialprofessor ernannt.
Mit seinen Schülern führte er zahlreiche Projekte durch, die sich zum Teil zu größeren Untersuchungen ausweiteten, wie die Freilegung des Römerkellers, die Erforschung der Oberkochener Höhlen und des Bilzhauses sowie die Ausgrabungen der Alamannengräber in der Frühlingsstraße. Die Kartierung der Kohlplatten zeigte die Bedeutung der Köhlerei für Oberkochen auf.
Zahlreiche Kontakte zu Schülern und Schülereltern ließen ihn schnell zu einem »echten« Oberkochener reifen. Seine seit über 45 Jahren auf vielen Ebenen geleistete ehrenamtliche Tätigkeit für die Stadt und seine Mitarbeit in einer ganzen Reihe von Oberkochener Vereinen beweisen dies. Immer wenn künstlerische und graphische Darstellungen gefragt waren, war »D.B.« zur Stelle. Mit seiner Schaffenskraft und seinem Wissen diente er 25 Jahre als Stadtrat. Seit 1984 fungiert er als ehrenamtlicher Mitarbeiter beim Landesdenkmalamt Stuttgart.
Für diese Leistungen wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz, mit der Ehrenmedaille des Gemeindetages und der Bürgermedaille der Stadt Oberkochen ausgezeichnet.
Spätestens mit der Herausgabe des Heimatbuches »Oberkochen - Geschichte, Landschaft, Alltag« im Jahre 1986 fand das »geschichtslose« Oberkochen sein historisches Gesicht. Zahlreiche Ergänzungen zu Themen der Oberkochener Heimatgeschichte schlagen sich in mittlerweile über 579 Berichten nieder, die in »BuG« erschienen sind.
Im Jahre l987 wurde der Heimatverein Oberkochen gegründet, der aktuell über 400 Mitglieder aufweist und den Dietrich Bantel 21 Jahre (1987 bis 2008) als 1. Vorsitzender führte.
Ich habe in der jüngst vor zwei Tagen im Schillerhaus stattgefundenen 24. Ordentlichen Hauptversammlung des HVO mit Freude erwähnen können, dass auch nach der Weiterreichung des Zepters vor 3 Jahren sein umfassendes Wissen und seine schier unermüdliche Schaffenskraft von ihm nach wie vor wie selbstverständlich zur Verfügung gestellt werden und er als unersetzliche, »Graue Eminenz« mit eben dem schon von Bürgermeister Traub skizzierten ihm eigenen Elan und Ideenreichtum nicht wegzudenken wäre.
Selbst eine Reihe gesundheitlicher Handicaps im vergangenen Jahr, die seinen Schwung und sein Engagement etwas verlangsamten, konnten jedoch »Didi« in keiner Weise ernsthaft abbremsen.
Als eine seiner Hauptaufgaben hatte der von Dietrich Bantel mit initiierte Heimatverein von vornherein die Schaffung eines Heimatmuseums angesehen, das nach zehnjähriger Vorbereitungs- und Aufbauarbeit im Jahre 1997 im Schillerhaus eröffnet werden konnte. Dekorative Ausstellungsvitrinen und eine gut übersichtliche Didaktik laden mit den Ausstellungsexponaten zu einer zeitgeschichtlichen Wanderung ein: die Geologie und die Frühgeschichte unserer Heimat, die Römerzeit, die Besiedlung durch die Alamannen und die Entwicklung vom Dorf zur Stadt werden dem Besucher kurzweilig vorgestellt.
Gleichzeitig wird der Übergang vom traditionellen ortsansässigen Handwerk zur Industrie umfassend erläutert. Im Dachgeschoss können wir anschaulich Einblick nehmen in die Lebensweise und die Gerätschaften unserer Vorfahren. Jährlich wechselnde Sonderausstellungen befassen sich mit Themen, die stets in Bezug zu Oberkochen stehen.
Dietrich Bantel hat mit dem Heimatmuseum ein Werk geschaffen, das der heutigen Generation noch Bekanntes, aber schon Vergangenes darstellt. Der Rückblick in die Welt unserer Vorfahren zeigt auf, dass Oberkochen kein geschichtsloses Gemeinwesen ist. Wir dürfen gespannt sein, welche unbekannten Seiten unseres Heimatbuches von »D.B.« noch aufgeblättert werden!
Lieber Didi, mit den allerbesten Glückwünschen für noch viele gesunde Jahre im Kreise Deiner Familie und ein weiterhin bestehendes leidenschaftliches Interesse für die Geschichte und Geschicke unserer Stadt verbinden wir den herzlichen Dank für Deine Leistung für unseren Verein und für Oberkochen und mit großem Respekt gratulieren wir Dir, lieber Dietrich, zur Ernennung zum Ehrenbürger.
»Eine glatte Eins mit Sternchen!«
Für die weiteren Jahre möchte ich Dir als ein mögliches Motto einen Spruch das Stoikers Epiktet zitieren und diesen Dir in Deine »Skizzenmappe« legen:
»Wünsche nicht, dass es nach Deinem Wunsche geschehe; aber wünsche, es geschehe, wie es geschehe, und Du wirst glücklich sein.«
Karl Elmer, 1. Vorsitzender,
im Namen von Vorstandschaft und Ausschuss
und allen Vereinsmitgliedern
des Heimatvereins Oberkochen e.V.